Kirche Briesen mit historischen Fresken

Als „kunsthistorische Perle“ bezeichnet Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger die historischen Wandmalereien in der Briesener Kirche. Von 1465 bis 1486 brachten vermutlich Zisterzienserschüler unter Anleitung eines Mönches des damaligen Zisterzienserklosters Cottbus die Fresken in der Anfang des 14. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichteten evangelischen Saalbaukirche auf. Die Besonderheit der über alle vier Wände der Kirche gleichmäßig verteilten Fresken liegt in ihrer einheitlichen Konzeption und der Unterteilung in drei Zonen: Die untere Zone zeigt die Ständebilder, die mittlere Zone präsentiert die Passion Christi bis hin zur Himmelfahrt sowie das Jüngste Gericht. Die obere Zone stellt Heiligenfiguren dar. Weiter zu sehen sind Stifterfiguren, Fabelwesen im Westteil der Kirche sowie menschen- und tierähnliche Rankenwesen.
Um 1891 wurden die Wandmalereien übertüncht sowie weitere Emporen aufgebaut. Durch den Einbau von zwei Fenstern gingen einige Fresken unwiederbringlich verloren. Bereits 1694 wurden Bilder durch den Einbau einer Patronatsloge für immer zerstört. Bei Umbauarbeiten in den Jahren 1952 bis 1954 wurden die Fresken schließlich wieder freigelegt.
Als weitere Besonderheit der Kirche gilt der Barockaltar mit zahlreichem Schnitzwerk. Dieser kam 1701 in das Gebäude und wurde durch den Rittergutsbesitzer Hans Phillip Karl von Klitzingen gestiftet. Sehenswert ist auch die in den 50er Jahren im Zusammenhang mit der Freilegung der Fresken durch die Dresdener Firma Jemlich eingebaute zweimanualige Orgel mit zwölf Registern.
Aktuelles
Feuchtigkeit, Licht und Temperatur-schwankungen wirken sich extrem schädlich auf das Kulturgut aus. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf. Auf Initiative u.a. des Schriftstellers Jurij Koch gründete sich 2004 der Verein Briesener Fresken e.V., der sich die Pflege und den Erhalt der historischen Wandmalereien zur Aufgabe gemacht hat. Etwa 280.000 Euro sind für die Restaurierung der Fresken nötig. „Eine Übermalung kommt nicht in Frage“, so Pfarrerin Luttenberger. „Ziel ist es, die Fresken im Originalzustand zu erhalten. Denn darin liegt ihre Einzigartigkeit.“
Ende des Jahres 2009 überreichte Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, an den „Briesener Fresken“ e. V. den gemeinsamen Bewilligungsbescheid der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Spree-Neiße für den Erhalt der bedeutenden Fresken in der Kirche. „Wir freuen uns sehr, dass wir das große Engagement des Vereins unterstützen können, um so die Briesener Fresken als ein Kunstschatz von kulturhistorischer Bedeutung für unsere Region zu erhalten“, so Ralf Braun.
Zuerst jedoch müssen die Sockel der Kirche saniert werden, um das Mauerwerk vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen. 2008 konnten bereits die Ost- und die Südseite aus Eigenmittel der Gemeinden Briesen und Guhrow, des Vereins und der Kirche saniert werden. Dank der Spende der Sparkasse sollen im Frühjahr die Arbeiten an der Nord- und an der Westseite beginnen. Erst danach kann mit der eigentlichen Restaurierung begonnen werden.
Spendenkonto
Briesener Fresken e.V.
Konto-Nr.: 3117 1026 11
BLZ : 1805 0000
bei der Sparkasse Spree-Neiße
Kontakt
Führungen: ab April jeweils mittwochs von 10 bis 11 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Evangelisches Pfarramt Briesen
Dorfstrasse 16
03096 Briesen
Tel./Fax: 035606/40334
www.briesen-kirche-mit-fresken.de
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